Gegen düstere Tage ist ein Kraut gewachsen: Das Johanniskraut, das mit seiner gespeicherten Kraft der Sonne einen erhellenden Einfluss auf unser Gemüt haben soll. Die nervenberuhigende, angstlösende Wirkung der Heilpflanze bei leichten depressiven Verstimmungen wird seit der Antike gepriesen und gilt mittlerweile als wissenschaftlich belegt. Über längere Zeit hinweg eingenommen – etwa als Tee oder Tinktur – also ein gutes Mittel, um den derzeit wieder weitverbreiteten Winterfrust zu bekämpfen, getreu dem Motto „Frohsinn statt Trübsinn“!
Die Vorstellung, das Johanniskraut sei eine magische Tochter des wärmenden Gestirnes, kommt nicht von ungefähr: Die bis zu einem Meter hoch werdende, ausdauernde Pflanze bevorzugt trockene, sonnige Standorte und beginnt ihre Blütenpracht um die Zeit der Sonnenwende im Juni zu entfalten. Vor allem aber erinnern ihre vielzähligen, goldgelben Blüten mit den strahlenartigen Staubblättern an kleine Sonnen. Das sogenannte „Sonnwendkraut“ besitzt sogar derartige Lichtkräfte, dass es unseren Körper photosensibel macht. Aufgrund der erhöhten Lichtempfindlichkeit sollte deshalb während einer Johanniskrautkur auf direkte Sonnenbestrahlung und Solariumsbesuche verzichtet werden.
Einst dem germanischem Sonnengott Baldur geweiht, wurde das Gewächs von den Christen zur Symbolpflanze des Hl. Johannes gemacht, dessen Geburtstag am 24. Juni („Johannistag“) ebenfalls eng mit der Sonnenwende verbunden ist. Bezeichnungen wie „Johannisblut“ oder „Herrgottsblut“ verweisen auf die Legenden, das Kraut sei aus dem Blut des enthaupteten Johannes entsprossen bzw. durch das vom Kreuze Christi tropfende Blut getränkt worden. Die Assoziation mit dem Lebenssaft lag zudem nahe, weil der Inhaltsstoff „Hypericin“ beim Zerreiben der gelben Blüten auf den Fingern eine unerwartete (blut-)rote Färbung hinterlässt.
Die Vorstellung, das Johanniskraut sei eine magische Tochter des wärmenden Gestirnes, kommt nicht von ungefähr: Die bis zu einem Meter hoch werdende, ausdauernde Pflanze bevorzugt trockene, sonnige Standorte und beginnt ihre Blütenpracht um die Zeit der Sonnenwende im Juni zu entfalten. Vor allem aber erinnern ihre vielzähligen, goldgelben Blüten mit den strahlenartigen Staubblättern an kleine Sonnen. Das sogenannte „Sonnwendkraut“ besitzt sogar derartige Lichtkräfte, dass es unseren Körper photosensibel macht. Aufgrund der erhöhten Lichtempfindlichkeit sollte deshalb während einer Johanniskrautkur auf direkte Sonnenbestrahlung und Solariumsbesuche verzichtet werden.
Einst dem germanischem Sonnengott Baldur geweiht, wurde das Gewächs von den Christen zur Symbolpflanze des Hl. Johannes gemacht, dessen Geburtstag am 24. Juni („Johannistag“) ebenfalls eng mit der Sonnenwende verbunden ist. Bezeichnungen wie „Johannisblut“ oder „Herrgottsblut“ verweisen auf die Legenden, das Kraut sei aus dem Blut des enthaupteten Johannes entsprossen bzw. durch das vom Kreuze Christi tropfende Blut getränkt worden. Die Assoziation mit dem Lebenssaft lag zudem nahe, weil der Inhaltsstoff „Hypericin“ beim Zerreiben der gelben Blüten auf den Fingern eine unerwartete (blut-)rote Färbung hinterlässt.
Purpurrotes Öl als altes Hausmittel
Die purpurrote Farbe ist auch typisch für das Johanniskrautöl, das gewonnen wird, indem die zerquetschten Blüten in einem durchsichtigen Glas großzügig mit Oliven- oder Sonnenblumenöl übergossen werden. Verschlossen und regelmäßig geschüttelt soll dieser Ansatz für vier Wochen an einem – wie könnte es anders sein – sonnigen Platz reifen und nach dem Abgeseihen dunkel gelagert. Dieses alte Hausmittel ist äußerlich vielseitig anwendbar: Es fördert mitunter die Wundheilung, hilft bei Blutergüssen, Prellungen und Muskelbeschwerden sowie als Einreibemittel bei Sonnenbrand, Gicht und Rheuma.
Angesichts der „Wunderwirkungen“ war sogar der Teufel derart machtlos und entzürnt, dass er die Blätter des Heilkrautes mehrfach durchlöcherte. Hält man diese gegen das Licht, werden tatsächlich durchscheinende „Tüpfel“ sichtbar, die in Wirklichkeit Öleinschlüsse sind und zum lateinischen Beinamen „perforatum“ beitrugen. Die Begriffe „Teufelsflucht“ oder „Fuga Daemonium“ belegen wiederum die im Mittelalter wurzelnde Überzeugung, dass die Pflanze gegen Böses schützt und Dämonen in die Flucht schlägt – darunter selbst jene, die unsere Seele verdunkeln.
[diesen artikel habe ich im spätherbst 2008 für die zeitschrift "die weinviertlerin" geschrieben.]
Angesichts der „Wunderwirkungen“ war sogar der Teufel derart machtlos und entzürnt, dass er die Blätter des Heilkrautes mehrfach durchlöcherte. Hält man diese gegen das Licht, werden tatsächlich durchscheinende „Tüpfel“ sichtbar, die in Wirklichkeit Öleinschlüsse sind und zum lateinischen Beinamen „perforatum“ beitrugen. Die Begriffe „Teufelsflucht“ oder „Fuga Daemonium“ belegen wiederum die im Mittelalter wurzelnde Überzeugung, dass die Pflanze gegen Böses schützt und Dämonen in die Flucht schlägt – darunter selbst jene, die unsere Seele verdunkeln.
[diesen artikel habe ich im spätherbst 2008 für die zeitschrift "die weinviertlerin" geschrieben.]


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